Cyriacus von Rom – Der Namenspatron unserer Kirche

Cyriacus oder auch Cyriakus (griech. Kyriakós: „Der, der zum Herrn (Jesus Christus) gehört“) war Diakon und Nothelfer des Papstes Marcellus. Er lebte in Rom zurzeit der letzten und grausamsten Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian (303-311 n. Chr.). Cyriakus musste, wie viele andere Christen in Rom, Zwangsarbeit an den Thermen des Kaisers Diokletian verrichten und wurde in den Kerker geworfen. Sonst ist über das Leben von Cyriakus nicht viel bekannt.

Die Legende besagt, dass Cyriakus Artemia, die Tochter Diokletians, von bösen Geistern heilte. Als Dank dafür wurde Cyriakus vom Kaiser freigelassen und bekam ein eigenes Haus geschenkt. Erst unter Diokletians Mitkaiser Maximinian (286-305 n. Chr.) rückte Cyriakus erneut in den Fokus der Christenverfolgung: Cyriakus wurde mit seinen Gefährten gefangen genommen und starb um das Jahr 303 an der Via Salaria den Märtyrertod durch Enthauptung. Seine sterblichen Überreste wurden von Papst Marcellus am 7. Meilenstein der Via Ostiense beigesetzt. Nach den Überlieferungen des Klosters Lorsch wurden Cyriakus‘ Gebeine vermutlich im Jahre 847 in die Stiftskirche St. Cyriacus in Neuhausen bei Worms überführt.

 

Der Heilige Cyriakus heilt die Tochter Diokletians von der Besessenheit. Obere Hälfte des Standflügels vom Altar für die Dominikanerkirche in Frankfurt von Matthias Grünewald (1509/11). Das Original befindet sich im Frankfurter Städel. In der St. Cyriakuskirche zu Rödelheim befindet sich auf der Empore eine Kopie der Cyriakus-Darstellung des Rödelheimer Kunstmalers Carl Bender-Menke (1949).

 

 

 

 

 

Cyriakus-Verehrung in Deutschland und Darstellung in der Kunst

Besonders im rheinischen Raum sollte Cyriakus bald darauf als Nothelfer gegen Anfechtungen böser Geister und Besessenheit als Heiliger verehrt werden. In diesem Gebiet finden sich daher viele Kirchen, die dem heiligen Cyriakus geweiht sind. Wegen seiner Wunderkraft gegen die Dämonen wurde er in die Schar der „Vierzehn Nothelfer“ eingereiht.

Die früheste Cyriakus-Darstellung findet sich vermutlich in Rom und geht auf das 9. Jahrhundert zurück (Santa Prassede Rom). Zahlreiche Darstellungen aus mittel- und oberrheinischem Gebiet stellen Cyriakus meist als (jugendlich wirkenden) Diakon, mit Exorzismen-Buch, Palme und gelegentlich Schwert dar. So auch die Darstellung von Matthias Grünewald, die sich in einer Kopie von Carl Bender-Menke aus dem Jahre 1949 auf der Empore unserer Kirche befindet (Original im Städel, Abb. siehe oben). Weitere Merkmale der Cyriakus-Darstellung sind Teufel beziehungsweise ein Drache zu Füßen des Cyriakus, als Symbol des Exorzismus bei Artemia, wie auch als Helfer gegen böse Geister und Anfechtungen.

Im Seitenschiff unserer Kirche, in der Gotischen Kapelle, findet sich außerdem eine kleine Messingfigur des heiligen Cyriakus, die der junge Künstler Anatol Ziba aus Burkina Faso (Afrika) für die Cyriakuskirche in Rödelheim anfertigte.

 

Blick in das Seitenschiff der Cyriakuskirche (Gotische Kapelle) mit Cyriakussymbol im Fenster und links die Messingfigur des afrikanischen Künstlers Anatol Ziba.

 

 

 

 

Nahaufnahme des Cyriakussymbols in der Gotischen Kapelle: Palme und Schwert überkreuzen den gebändigten Drachen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen: Jochen Boberg, Cyriacus von Rom, in: Wolfgang Braunfels [Hrsg.]: Lexikon der christlichen Ikonographie, Begründet von Engelbert Kirschbaum, Sechster Band, Ikonographie der Heiligen, Crescentianus von Tunis bis Innocentia. Rom [u.a.] 1968-1976, Sp. 16-18.