Freitagspsalmen bringen Ihnen zum Ende der Arbeitswoche einen Moment zum Innehalten. So, wie die Psalmen der Bibel schon imer Ausdruck menschlicher Freude und Sorge waren, so möchte Pfarrerin Schrom auch mit den Psalmgebeten helfen, in dieser Zeit der Krise eine Sprache zu finden.

Pfarrerin Schrom und Pfarrer Schümmer sind für Sie erreichbar, wenn Sie nach dem Gebet mit jemandem sprechen möchten. Frühere Freitagspsalmen finden Sie hier.


Psalm 66

„Jauchzet Gott, alle Lande!“

Freitagspsalm zum 8. Mai 2020 nach Psalm 66,
dem Wochenpsalm zu Jubilate, der dritten Woche nach Ostern

1 Ein Psalmlied, vorzusingen.
Jauchzet Gott, alle Lande!
2 Lobsinget zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich!

Jubeln, singen, pfeifen, tanzen, hüpfen und springen vor lauter Lebensfreude und Dankbarkeit – wie schön, wie befreiend muss das sein.
Alle Sorgen, alle Ängste, alle Beschränkungen, alle Nöte bei dir, Gott, ablegen dürfen und frei sein – wie sehen wir uns danach!

3 Sprecht zu Gott:
Wie wunderbar sind deine Werke!
Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.
4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir,
lobsinge deinem Namen. Sela.

Die Natur macht es uns vor mit jeder bunten Blüte, mit jedem grünen Baum, mit dem Gesang der Vögel und dem Quaken der Frösche – wie eine Sinfonie zu deiner Ehre, du Gott des Lebens und der Freiheit.

5 Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.
6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom;
dort wollen wir uns seiner freuen.
7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker.
Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Sela.

Du hast dein Volk in die Freiheit geführt. Bei dir finden wir Freiheit und Leben, mehr als Menschen geben und gewähren können.

Vor 75 Jahre endete der 2. Weltkrieg. 75 Jahre leben wir in Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand. Du traust uns zu, in Freiheit zu leben und andere frei leben zu lassen. Leite uns mit deinem guten Geist, dass wir damit verantwortungsvoll umgehen, dass wir niemanden auf der Strecke lassen.

Corona bedroht uns und alle deine Menschenkinder. Wir haben viel auf uns genommen, um uns und andere zu schützen. Wir haben viel geschafft, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Wir sehnen uns nach Normalität und Freiheit. Du traust uns zu in Freiheit zu leben und Bedürfnisse unsere Nächsten zu hören und zu achten. Schenke und Geduld und langen Atem, Rücksicht und Einfühlsamkeit, Fantasie und Kreativität, die neugewonnenen Freiheiten nicht zu verspielen. Leite uns mit deinem guten Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

8 Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
9 der unsre Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten.

Einen gesegneten Tag wünscht Dir und Ihnen Pfarrerin Silke Schrom.

Bibeltext der Lutherbibel revidiert 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart