Freitagspsalmen bringen Ihnen zum Ende der Arbeitswoche einen Moment zum Innehalten. So, wie die Psalmen der Bibel schon immer Ausdruck menschlicher Freude und Sorge waren, so möchte Pfarrerin Schrom auch mit den Psalmgebeten helfen, in dieser Zeit der Krise eine Sprache zu finden.

Pfarrerin Schrom und Pfarrer Schümmer sind für Sie erreichbar, wenn Sie nach dem Gebet mit jemandem sprechen möchten. Frühere Freitagspsalmen finden Sie hier.


Psalm 96

„... in ihm klingt mein Leben“

Freitagspsalm zum 15. Mai 2020 zu Psalm 98, dem Wochenpsalm zu Cantate, der 4. Woche nach Ostern in Verbindung mit dem Lied „Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben“

Psalm 98

Psalm 981 Singet dem HERRN ein neues Lied,
denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
2 Der HERR lässt sein Heil verkündigen;
vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
3 Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
4 Jauchzet dem HERRN, alle Welt,
singet, rühmet und lobet! 1 Ein Psalmlied, vorzusingen.
Jauchzet Gott, alle Lande!
2 Lobsinget zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich!

Lied: Ich sing dir mein Lied von Fritz Baltruweit und Barbara Hustedt.
Ich sing die mein Lied – in ihm klingt mein Leben.
Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde,
du Quelle des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Um mich herum singt und klingt, summt und brummt, zwitschert und quakt es. Leise steigt mein eigenes Lied wieder auf in mir. Zuviel ist passiert, das mir mein Lied im Halse stecken ließ. Aber nun steigt es wieder auf in mir. Nur ich höre es und du, mein Gott.

Ich sing die mein Lied – in ihm klingt mein Leben.
Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben
von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst,
du Hüter des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Corona hat das Leben aus dem Rhythmus gebracht, Ängste und Sorgen haben ihm den Schwung genommen. Doch dir, mein Gott, ist nichts Menschliches fremd. So nimmst du uns mit, durch Straucheln und Vorantasten in einen neuen Rhythmus des Lebens.

5 Lobet den HERRN mit Harfen,
mit Harfen und mit Saitenspiel!
6 Mit Trompeten und Posaunen
jauchzet vor dem HERRN, dem König!
7 Das Meer brause und was darinnen ist,
der Erdkreis und die darauf wohnen.

Ich sing die mein Lied – in ihm klingt mein Leben.
Die Tonart, den Takt hast du mir gegeben
von Nähe, die heil macht, wir können dich finden,
du Wunder des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Nähe, die heil macht, Besuche, Begegnung, Umarmungen und Berührungen, wie sehr sehnen wir uns danach. Wir brauchen sie. Gott, lass dich finden in der Suche nach dem, was wir einander Gutes tun können.

Ich sing die mein Lied – in ihm klingt mein Leben.
Die Höhen und Tiefen hast du mir gegeben.
Du hältst uns zusammen trotz Streit und Verletzung,
du Freundin des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Höhen und Tiefen, Schreie und Klagen der Verzweifelten, schräge Töne der Hetzer und Verschwörungstheoretiker, mahnende Töne der Besorgten, ermutigende, tröstende, liebevolle Töne, das Lied des Lebens hat viele Strophen. Halte und führe sie zusammen zum neuen Lied des Lebens.

8 Die Ströme sollen in die Hände klatschen,
und alle Berge seien fröhlich
9 vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

Ich sing die mein Lied – in ihm klingt mein Leben.
Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen,
du Zukunft des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Ein langer Weg, ein weiter Weg, mal vage, steil und steinig, mal klar, mit Zeichen neuer Hoffnung als Wegweiser. Mit dir, Gott, finden wir Zukunft uns neues Leben, für uns und deine ganze Welt.

Dir sing ich mein Lied, in ihm klingt mein Leben!

Und nun das ganze Lied zum Anhören und Mitsingen:

Einen gesegneten Tag wünscht Dir und Ihnen Pfarrerin Silke Schrom.

Bibeltext der Lutherbibel revidiert 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Liedtext "Ich sing dir mein Lied" aus EGplus, Lied Nr. 96. Originaltext (nach Psalm 96/98): aus Brasilien. Deutsch: Fritz Baltruweit/Barbara Hustedt 1994. © tvd-Verlag, Düsseldorf